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Bewegung? Ja, bitte !

Bewegung? Ja, bitte !

Lesen Sie hier, wie Sie Ihr Kind so richtig „in Fahrt“ bringen.

Die Ursachen sind schnell ausgemacht: „Ständiger Bewegungsmangel, falsche Essgewohnheiten und häufiges Naschen vor dem Fernseher oder PC haben bedenkliche Auswirkungen“, sagt Mag. Julia Voglmayr, Projektkoordinatorin für die Initiative „Fit für Österreich“ beim Allgemeinen Sportverband Österreichs (ASVÖ).

Das Stichwort Fast Food bringt der Gesundheitsreferent der Vorarlberger Landesregierung, Mag. Markus Wallner, in die Diskussion ein: Pommes Frites und Burger sowie viele weitere Produkte der „Schnell-essen-Kultur“ sind Beispiele für die aktuellen Ernährungsgewohnheiten.Es ist aber auch der Überfluss, der aus gesunden Kindern im Laufe der Zeit dicke Kids macht: „Seit den 60er-Jahren hat sich in Österreich die tägliche Kalorienzufuhr deutlich erhöht“, so Voglmayr.

Hätte die Freude an der Bewegung ebenso zugenommen, würde das Problem Übergewicht heute nicht existieren. Genau das Gegenteil ist aber der Fall: Der Nachwuchs wird immer träger. Rund zwei Drittel der österreichischen Kinder gelten inzwischen als Bewegungsmuffel. Dazu zählt, wer sich weniger als ein- bis zweimal pro Monat sportlich betätigt. Die Kinder sitzen aber lieber „an Nachmittagen und Wochenenden nahezu bewegungslos vor dem Fernseher oder vor dem Computer“. Statt die Stiege zu steigen, wählen die Kids von heute – wie ihre großen Vorbilder – viel zu oft die Rolltreppe oder den Aufzug. Im europäischen Vergleich gelten übrigens die Nachbarkinder aus Deutschland als noch fauler, während die skandinavischen Kids aus dem hohen Norden die aktivsten sind.

„Der Bewegungsmangel beeinflusst die Gesundheit unserer Kinder negativ“, erklärt Mag. Julia Voglmayr. Fette Kinder werden in rund 80 Prozent der Fälle später auch übergewichtige Erwachsene sein. Neben dem Übergewicht können auch Haltungsschäden, Koordinationsschwächen, Aufmerksamkeitsdefizite und Agressionsverhalten als mögliche Folgen von zu wenig körperlicher Aktivität auftreten, sagt Mag. Markus Mikl vom Fonds Gesundes Österreich. Schließlich bedeutet ein Mangel an Bewegung, dass Muskeln, Bänder, Gelenke und Knochen dauerhaft zu wenig belastet werden. Der kindliche Organismus könne sich dann nicht richtig entwickeln, weiß Mag. Julia Voglmayr.

Die aktuelle Entwicklung hin zu einem Volk der Bewegungsmuffel ist den Gesundheitsexperten ein Dorn im Auge. „Diesem Trend müssen wir entgegenwirken. Die Weichen für ein gesundes Leben werden schon in jungen Jahren gestellt“, sagt Gesundheitsfachmann Mag. MarkusWallner. Bundesweit werden deshalb Programme durchgeführt oder neu gestartet, um aus den Kindern von heute nicht die Couch-Potatoes von morgen zu formen. „Wir müssen für unsere Kinder eine Umwelt schaffen, die es ihnen leichter macht, ihre von Natur aus vorhandene Freude an der Bewegung auszuleben“, fordert Mag. Christoph Hörhan, Leiter des Fonds Gesundes Österreich.

Aber auch die Eltern sind gefordert, ihren Beitrag zu leisten. Grundsätzlich müssten die Kinder nämlich entdecken, so die Initiative „Fit für Österreich“, dass Bewegung richtig viel Spaß mache. Diese Erkenntnis werde insbesondere durch gemeinschaftliches Erleben gefördert: „Dies geht am besten, wenn andere Kinder mit einbezogen werden“, sagt Mag. Julia Voglmayr. Ihr Mag. Christoph Hörhan, Leiter des Fonds Gesundes Österreich.Ratschlag lautet: Mamis und Papis dürfen ihren Sprösslingen gerne alte Spiele wie Fangen oder Tempelhüpfen zeigen, also Aktivitäten aus ihrer eigenen Kindheit. Auch bei gemeinsamen Spaziergängen kann mit einer Schnitzeljagd ein zusätzlicher Anreiz für Bewegung geschaffen werden. Je aktiver der Nachwuchs ist, desto besser. Davon sind die Experten der Burgenländischen Gebietskrankenkasse überzeugt. Nach ihrer Ansicht reicht das „normale Bewegungspensum im Alltag und im Spiel der Kinder aus, um beweglich und normalgewichtig zu bleiben“. Die Weltgesundheitsorganisation hat sich laut Fonds Gesundes Österreich das Ziel gesetzt, „dass sich Kinder
mindestens 60 Minuten pro Tag körperlich betätigen“. Mag. Markus Mikl rechnet diese eine Stunde in Schritte um: Jedes Kind müsse folglich 15.000 Schritte pro Tag gehen. „Mädchen erreichen in etwa 7000 Schritte, Buben etwas mehr“, lautet die nüchterne Bilanz für Österreich.

Der Fonds Gesundes Österreich berichtet über Studien, in denen das Bewegungsverhalten von Kids untersucht worden sei: „Kinder, die sich mehr im Freien aufhalten oder die keinen Fernsehapparat in ihrem Zimmer haben, bewegen sich auch mehr.“ Manchmal braucht es dafür aber doch den einen oder anderen Anreiz, damit das angeborene Bewegungsbedürfnis aus der Versenkung geholt wird. Hier sind diverse Hilfsmittel eine willkommene Unterstützung, um die Bewegungsmuffel zu aktivieren. „Am besten geeignet für Kinder sind immer noch verschiedenste Bälle, Jongliertücher, Wurfscheiben, Springseile, Koordinationsspiele und dergleichen“, listet Mag. Julia Voglmayr auf.

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Fotos: Katarish/Shutterstock.com, Nimazi/Shutterstock.com, Sergey Novikov/Shutterstock.com

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